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  Sonstiges - [Gedanken] - [Zentral oder dezentral?]  
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Zentralisierung von Fachverfahren und Datenbereitstellung für dezentrale Systeme

Im Zusammenhang mit der Funktionalreform im Freistaat Sachsen stehen die Landkreise und kreisfreien Städte vor der Aufgabe, zahlreiche Fachverfahren, die derzeit noch in den zuständigen Ressorts der Landesverwaltung betrieben werden, zu übernehmen bzw. die Pflege der Daten in zentralen Anwendungen sicher zu stellen. Bei der großen Anzahl der Verfahren (>200) kann es durchaus sinnvoll sein, geeignete Fachverfahren zentral zu betreiben und den Landkreisen und kreisfreien Städten den Zugriff über Remote-Technologien zu ermöglichen. Zentrale Fachverfahren machen auch deshalb Sinn, weil damit sachsenweit konsistente Datenbestände zu den jeweiligen Fachthemen aufgebaut werden können. Damit können solche Aufgaben wie etwa die Datenbereitstellung entsprechend der Inspire-Richtlinie oder die Umsetzung der berühmten Dienstleistungsrichtlinie besser gelöst werden. So weit, so gut.

Die Kehrseite dieser Zentralisierung von Fachverfahren wird für die kommunalen Behördenmitarbeiter dadurch sichtbar, dass die Pflege der Fachdaten in neuen/alten und in ganz unterschiedlichen Kontexten entstandenen - in jedem Fall sehr heterogenen Softwaresystemen erfolgen muss. Sicher stehen im Moment nicht die zeitlichen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung um jede einzelne Verfahrenssoftware auf deren tatsächliche Eignung hinsichtlich Funktionalität und Unterhaltungsaufwand zu untersuchen. In diesem Kontext sollte man die einzelnen Fachverfahren dann aber auch betrachten und diskutieren. Auch die dezentrale Pflege in eigenen Verfahren und die Publikation der Daten in zentrale Ressourcen ist mangels inhaltlicher und technischer Standardisierung nur in Einzelfällen denkbar. Bei den anstehenden Neu- und Anpassungsentwicklungen sollte aber unbedingt darauf orientiert werden, Datenstrukturen und Dienste zu spezifizieren und umzusetzen, um eine dezentrale Datenpflege auch in ggf. besser geeigneten Drittsystemen zu ermöglichen.

Bis hierher kann man unterschiedliche Auffassungen zu Vorgehensweisen, Technologien und Umsetzungen haben und diskutieren.

Problematisch erscheint aber das von einigen "Zentralisten" artikulierte und teilweise gelebte Unverständnis über die Notwendigkeit der Nutzung der zentral gehaltenen kommunalen Daten in dezentralen Informationssystemen in den Landratsämtern und kreisfreien Städten. Hier muss noch einmal auf den eigentlichen Grund der Datenerhebungen verwiesen werden. Diese erfolgen nicht, um einheitliche sachsenweite Verzeichnisse aufzubauen sondern um eine gesetzeskonforme Aufgabenerledigung in den zuständigen Unteren Behörden zu ermöglichen. Besonderes Merkmal der Arbeit in Landratsämtern ist ein stark ressortübergreifender Ansatz bei der Beurteilung von Anträgen u.ä. Dazu verfügen praktisch alle Landratsämter und kreisfreien Städte über entsprechende Integrationssysteme mit GIS-Unterstützung und sind darauf angewiesen, dass diese auch bei Nutzung zentraler Fachverfahren richtige und aktuelle Antworten liefern. Bei der Prüfung der Genehmigungsfähigkeit von Anträgen ist oftmals eine Vielzahl unterschiedlicher Rechtsnormen auf den verschiedensten Fachgebieten zu berücksichtigen. Ohne verlässliche fachübergreifende Datengrundlagen wird das schnell schwierig. Und da kann schon das Vorhandensein einer Kleinen Hufeisennase drastische Auswirkungen haben ....

Wie kann nun unter den aktuellen Rahmenbedingungen der Zugriff auf aktuelle Daten aus zentralen Verfahren erfolgen? In einigen Fällen wird es wohl erforderlich sein, eine zyklische Datenbereitstellung über entsprechende Schnittstellen aus den zentralen Verfahren zu realisieren. Nicht elegant - aber manchmal nicht zu vermeiden.

Die Regel sollte allerdings die Bereitstellung der Informationen über standardkonforme Dienste sein. Und auch da können WMS-Dienste nur im begrenzten Umfang helfen. Räumliche Abfragen oder strukturierte Sachdatenabfragen sind praktisch nicht möglich. So können eigentlich nur WFS-Dienste in Erwägung gezogen werden. Der Einwand, dass die komplexen Datenstrukturen, die den meisten Fachverfahren zugrunde liegen nur schwer abbildbar sind kann man entgegnen, dass für die meisten fachgebietsübergreifenden Analysen nur eine sehr begrenzte Zahl von Objektattributen erforderlich sind. Diese können durch entsprechende Sichten in den Fachanwendungen aus den jeweiligen Strukturen meist in eine eindimensionale Struktur projiziert und den jeweiligen Objekten als Attribute beigegeben werden. Für Detailinformationen stehen den jeweiligen Fachleuten dann wieder die Fachverfahren zur Verfügung.

Ist das denn wirklich so aufwändig?

Wir haben es einfach mal probiert und als Beispiel das System Multibase CS der Firma 34u genutzt. Die Demoversion gibt es zum Herunterladen und die Testdaten stecken in einer Accessdatenbank. In diese haben wir eine Abfrage eingefügt, welche unsere Grundlage für den Zugriff auf die Datenbestände bildete. Die Beschreibung der Datenquelle im cardo dauerte 10 Minuten und danach standen ein WMS und ein WFS-Dienst automatisch zur Verfügung. Diese Dienste haben wir für eine kleine Rechercheanwendung im cardo aber auch in Drittsystemen genutzt. Wie man sieht: ohne Probleme.

Darstellung in cardo

 

Darstellung im SachsenAtlas

 

Darstellung im Portal RegioGis

 

Wer es selbst probieren will findet hier die URL für WMS und WFS:

Die Anwendung kann man sich unter http://cardo.idu.de mit dem Demozugang cardo/canard anschauen.

Sicher wird es einige Anwendungen geben, da dauert die Bereitstellung der Dienste länger als 10 Minuten. Das Verfahren, eine geeignete Sicht zu definieren und diese einem geeigneten System (z.B. cardo) zu beschreiben sollte aber in jedem Fall funktionieren.

Wir können das ja mal gemeinsam diskutieren. Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Bemerkungen: d.bothmer@idu.de

22.10.07 (db)
   cardo Hompage: [http://www.cardogis.com] iwan Homepage: [http://www.webmapserver.de]